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Die Behandlung in Vollnarkose

Im Jahre 1846 war es ein amerikanischer Zahnarzt, der das erste Mal einen Patienten in Narkose versetzte, um ihn anschließend zu behandeln. Seitdem hat sich viel in der Weiterentwicklung getan und die Narkosetechnik hat große Fortschritte gemacht. An eine Vollnarkose denkt der ein oder andere heutzutage vielleicht nur in Zusammenhang mit größeren Operationen. Doch auch im zahnmedizinischen Bereich werden einige Behandlungen, häufig explizit auf Patientenwunsch hin, in Vollnarkose durchgeführt. Alle Fragen rund um das spannende Thema der zahnmedizinischen Behandlung in Vollnarkose klären wir in diesem Blogbeitrag für Sie.

 

Was ist eine Vollnarkose?

Die Vollnarkose oder auch Allgemeinanästhesie leitet künstlich durch Medikamente eine Art Schlafzustand ein, bei dem vorübergehend das Bewusstsein verschwindet und gleichzeitig das Schmerzempfinden und weitere Körperfunktionen pausiert werden. Während der Narkosezeit muss der Patient künstlich beatmet werden, da ebenfalls der eigene Atemantrieb temporär ausgeschaltet wird. Eine zahnärztliche Behandlung in Vollnarkose läuft für den Patienten angst- und schmerzfrei ab und wird in unserem Fachzahnarzt Zentrum in Münster bei vielen Eingriffen eingesetzt.

 

Was passiert bei einer Vollnarkose?

Die Narkosemedikamente bewirken verschiedene Effekte gleichzeitig, da sie in den meisten Fällen aus einer Kombination von Schmerz- und Schlafmitteln, sowie muskelentspannenden Medikamenten bestehen. Wie bereits oben erwähnt, sorgen sie gesteuert für eine zeitlich begrenzte Bewusstlosigkeit, bei der der Atemantrieb, das Schmerzempfinden und auch Reflexe wie Husten oder Schlucken gestoppt werden. Für die Dauer der Narkose hat der Patient eine Erinnerungslücke. Auf diese Art entstehen keinerlei negative Erinnerungen an die durchgeführte zahnmedizinische Behandlung.

 

Wann wird eine Vollnarkose eingesetzt? Für wen ist eine zahnärztliche Behandlung in Vollnarkose geeignet?

Eine Vollnarkose wird im humanmedizinischen Bereich bei großen chirurgischen Eingriffen eingesetzt, bei denen eine Lokalanästhesie zur Schmerzausschaltung nicht ausreichend ist oder der Eingriff für den Patienten zu belastend ist, um ihn bei Bewusstsein zu erleben. In der Zahnmedizin spielt gerade der letzte Aspekt eine Rolle.

Für einige Menschen ist der Besuch beim Zahnarzt und die anstehende Behandlung mit Angst vor der ungewohnten Situation und Sorge vor möglichen Schmerzen verbunden. Ist diese Zahnarztangst sehr ausgeprägt und eine in Lokalanästhesie durchgeführte Behandlung für den Patienten keine Option, stellt die Vollnarkose eine vielfach gewählte Alternative dar. 

Die Vollnarkose bietet für uns als Behandler ebenfalls einige Vorteile: der ausgeschaltete Schluckreflex schafft ideale Arbeitsbedingungen und die Behandlung kann unabhängig von der aktiven Kooperation des Patienten, wie zum Beispiel durch eine ausreichend große Mundöffnung, verlaufen.

 

Bei Patienten, die nicht in der Lage sind während der Behandlung mitzuarbeiten, jedoch teils umfangreiche Therapien benötigen, ist die Vollnarkose eine sinnvolle Option. Daher wird eine Behandlung in Vollnarkose neben Angstpatienten ebenfalls bei Kindern und Menschen mit geistiger Beeinträchtigung durchgeführt.

 

Gibt es Alternativen zur Behandlung in Vollnarkose?

 

In unserem Fachzahnarzt Zentrum in Münster liegt es uns am Herzen, Ihre Behandlung so angenehm wie möglich zu gestalten. Daher bieten wir unseren Patienten neben der Behandlung in Vollnarkose viele weitere Möglichkeiten der Behandlung in Sedierung an. Leiden Sie unter Zahnarztangst und sind an anderen, sanften Möglichkeiten der angst- und schmerzfreien Behandlung interessiert? In unserer Zahnarztpraxis MKG PLUS nehmen wir außerdem Behandlungen in Lachgassedierung oder in medikamentöser Sedierung vor und bieten somit unseren Patienten das ganze Spektrum der Sedierungsmöglichkeiten an.

Die Gabe des Mittels erfolgt entweder in Form eines Gases über den Atemweg (Lachgas) oder über einen direkten Zugang über das Blut. Bei einigen Eingriffen ist eine Behandlung in Allgemeinanästhesie jedoch die einzig mögliche Option. Dr. Kedir, Facharzt für Oralchirurgie, erklärt in einem kurzen FAQ Video die wichtigsten Unterschiede zwischen den verschiedenen Möglichkeiten der Sedierung. Gerne informieren wir Sie umfassend persönlich zu diesen Themen und beraten Sie vor Ort.

 

Der Ablauf der Vollnarkose

 

Vorbereitung

Vor der Behandlung findet zunächst eine umfangreiche Aufklärung über das Vorgehen, die verwendeten Narkosemedikamente und die allgemeinen Risiken einer Vollnarkose statt.

Der Gesundheitszustand sowie das individuelle Risikoprofil unserer Patienten werden im Vorfeld genau geprüft. Bei der körperlichen Untersuchung werden Herz und Lungen auf ihre Funktion getestet. Weiterhin werden relevante Faktoren wie die regelmäßige Einnahme bestimmter Medikamente, Ernährungsgewohnheiten und möglicher Tabak- und Drogenkonsum abgefragt. Vor Beginn der Behandlung wird zusätzlich eine Bescheinigung der Narkosefähigkeit vom zuständigen Hausarzt benötigt.

Auf Basis der gesammelten Informationen und Untersuchungen kann nun die Narkose geplant werden. Spezielle Informationen, wie beispielsweise die zusätzliche Medikamenteneinnahme oder die Unterbrechung dieser einige Tage vor der Operation oder am Eingriffstag selbst, werden mit Ihrem behandelnden Arzt besprochen und Ihnen individuell mitgeteilt.

Einschlafphase

Bereits kurze Zeit nach Gabe des Narkosemedikamentes entspannt sich der Patient und gleitet in einen Tiefschlaf ab. In der Regel vergehen bloß wenige Minuten bis die Wirkung einsetzt.

 

Behandlungsphase

Da durch die Narkosemedikamente die natürliche Atmung ausschaltet wird, muss diese künstlich durch Hilfsmittel aufrecht erhalten werden. Der Patient wird während einer Vollnarkose entweder durch eine Maske über Mund und Nase oder einen Beatmungsschlauch, auch Tubus genannt, mit Sauerstoff versorgt. Da eine Maske den Zugang zum zahnärztlichen Operationsgebiet verdecken würde, erhalten unsere Patienten in unserer Zahnarztpraxis in Münster Sauerstoff durch einen dünnen Schlauch über die Nase. Erst wenn der Patient eingeschlafen ist, wird der Schlauch eingeführt, sodass dieser Vorgang vom Patienten unbemerkt verläuft. Während der gesamten Narkosezeit werden unsere Patienten zu jeder Zeit intensiv überwacht und Kreislauf und die Atmung stetig kontrolliert. Während der ganzen Behandlung wird durch die stetige Gabe von Narkosemedikamenten eine ausreichende Schlaftiefe zu gewährleistet und bei Bedarf entsprechend die Medikamentendosis angepasst.

 

Aufwachphase

Neigt sich die Behandlung dem Ende zu, beginnt der Narkosearzt nach Absprache mit dem zahnärztlichen Behandler die Narkose auszuleiten. Noch in dieser Phase wird der Beatmungsschlauch entfernt und der Patient beginnt wieder selbstständig zu atmen. In dem Moment, wo das Bewusstsein wiedererlangt wird, ist dieser bereits entfernt. An die Zeit während der Narkoseerhaltung besteht keine Erinnerung, der Patient ist entspannt und hat das Gefühl, als sei keine Zeit vergangen.

 

Wie lange dauert eine Vollnarkose?

 

Die Dauer einer Vollnarkose richtet sich nach der Dauer der Medikamentengabe, welche die Narkose aufrecht erhalten; dementsprechend kann sie sehr gut gesteuert werden. Die Vollnarkose wird nur so lange aufrechterhalten, wie unsere (Zahn-)Ärzte für die angesetzte Behandlung brauchen. Wir arbeiten daher eng in Absprache mit dem anwesenden Anästhesisten, dem Narkosearzt, zusammen. Nähert sich die Behandlung dem Ende, kann dieser beginnen, die Narkose auszuleiten. In unserer Zahnarztpraxis in Münster dauert eine Behandlung in Vollnarkose je nach Eingriff zwischen 30 Minuten und 2 Stunden.

 

Was ist vor und nach dem Erhalt einer Vollnarkose zu beachten?

 

Am Operationstag vor der Narkose

Am Anästhesietag ist es zwingend erforderlich, bis zum Operationszeitpunkt nichts mehr zu essen. Wird dies missachtet, kann es passieren, dass während der Bewusstlosigkeit Nahrung oder Flüssigkeit aus dem Magen in die Luftröhre gelangen. Dort können sie große Schäden an der Lunge anrichten. Allein Wasser dürfen Sie bis zu zwei Stunden vor dem Eingriff trinken.

 

Nach der Vollnarkose

Bevor wir unsere Patienten nach der Erhaltung einer Vollnarkose entlassen, behalten wir sie in der Regel bis zu zwei Stunden in unserer Zahnarztpraxis in Münster zur Beobachtung. 

Nachdem Sie aus der Vollnarkose aufgewacht sind, dürfen Sie nicht alleine nach Hause fahren. Aufgrund der Narkose sind Sie nicht fahrtüchtig. Es ist zudem nicht ausreichend, ein Taxi zu bestellen oder den Bus zu nehmen. Bitten Sie eine Person, Sie aus unserem Fachzahnarzt Zentrum abzuholen und Sie sicher nach Hause zu bringen. Nach Möglichkeit sollten Sie des Weiteren die nächsten 24 Stunden nicht alleine verbringen und Ihrem Körper unbedingt Ruhe gönnen. Verzichten Sie zudem am Operationstag auf körperliche Betätigung sowie Tabak- und Alkoholkonsum.

Welche Maßnahmen Sie nach dem Eingriff zusätzlich befolgen sollten, hängt individuell von der vorgenommenen Behandlung ab und werden mit Ihnen im Detail persönlich besprochen.

 

Welche Risiken birgt eine Vollnarkose?

 

Durch den stetigen medizinische Fortschritt ist die Vollnarkose ein sehr sicheres Routineverfahren, birgt deutlich weniger Risiken als früher und ist in unserem Fachzahnarzt Zentrum in Münster eine häufig angewandte Methode. Vor der Anwendung einer Vollnarkose wird der Gesundheitszustand unserer Patienten genau geprüft und von dem zuständigen Hausarzt eine Narkosefähigkeit bescheinigt. Während der Behandlung in Vollnarkose werden unsere Patienten im Hinblick auf Vitalzeichen, Herzrhythmus, Blutdruck und Sauerstoffgehalt des Blutes stets intensiv durch einen Facharzt für Anästhesie überwacht.

Unabhängig von den getroffenen Vorkehrungen bleibt jede Vollnarkose eine Belastung für den Körper. Das bestehende Restrisiko ist abhängig vom Gesundheitszustand jedes einzelnen Patienten.

Ihr individuelles Risiko wird vor dem Eingriff in einem Gespräch abgeklärt. Mögliche Komplikationen, Nach- sowie Nebenwirkungen einer Vollnarkose sind unter anderem folgende:

 

  • Übelkeit oder Erbrechen nach der Narkose
  • allergische Reaktionen auf Narkosemedikamente 
  • Störungen des Herz-Kreislauf-Systems
  • Zurückfließen von Mageninhalt in Speiseröhre und Lunge

 

Wie viel kostet eine Behandlung in Vollnarkose?

 

Die Kosten richten sich nach der Dauer der Vollnarkose und sind maßgeblich davon abhängig, welche Behandlung im Einzelfall durchgeführt wird und wie viel Zeit diese beansprucht. In unserem Fachzahnarzt Zentrum in Münster verdienen wir nicht zusätzlich an der Durchführung einer Behandlung in Vollnarkose. Die für die Allgemeinanästhesie zusätzlich entstehenden Kosten decken zu 100 Prozent das Honorar des betreuenden Narkosearztes.

 

Bezahlt die Krankenkasse eine Behandlung in Vollnarkose?

 

Ist eine Behandlung in Vollnarkose medizinisch gerechtfertigt, übernimmt die Krankenkasse die entstehenden Kosten. Handelt es sich um eine rein auf Patientenwunsch durchgeführte Narkose, werden die Kosten in der Regel nicht getragen und müssen vom Patienten privat bezahlt werden. Bei Kindern unter 12 Jahren mit fehlender Behandlungsbereitschaft, geistig beeinträchtigten Menschen oder bei Patienten, die unter schweren, psychiatrisch attestierten Angststörungen leiden, können die Kosten einer Vollnarkose durch die Krankenkasse übernommen werden. 

 

Möchten Sie gerne mehr zu den Möglichkeiten einer zahnärztlichen Behandlung in Vollnarkose erfahren? Wir freuen uns auf ein persönliches Beratungsgespräch in unserer Zahnarztpraxis MKG PLUS in Münster.

 

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